Cäsar Pinnau

Intro German architect
A.K.A. Casar Pinnau
Was Architect
From Germany
Type Engineering
Gender male
Birth 9 August 1906, Hamburg, Germany
Death 29 November 1988, Hamburg, Germany (aged 82 years)
Star sign Leo
Politics Nazi Party

Cäsar F. Pinnau (* 9. August 1906 in Hamburg; † 29. November 1988 ebenda) war ein deutscher Architekt.

Leben

Nach einer Tischlerlehre im väterlichen Betrieb in Hamburg studierte er in Abendkursen in Berlin Architektur und Innenarchitektur, kurz darauf an der Staatsschule für angewandte Kunst in München bei Richard Berndl, Emil Preetorius und Joseph Wackerle.

Bis 1945

Pinnau wurde nach seinem Studium Mitarbeiter des Architekten Fritz August Breuhaus de Groot in Düsseldorf und Berlin. Für ihn entwarf er von 1930 bis 1937 u. a. repräsentative Villen. Zu seinen Arbeiten gehörte auch der Passagiertrakt des Luftschiffes LZ 129 „Hindenburg“ sowie Entwürfe für Luxus-Liner, wie z. B. 1928–1929 den Schnelldampfer Bremen. Ab April 1937 arbeitete Cäsar Pinnau selbstständig als Architekt zunächst in Hamburg und baute im selben Jahr für seinen zukünftigen Schwiegervater, den Hamburger Kaufmann Max Adolph Eduard Müller, in Hamburg-Groß Flottbek ein Wohnhaus. Im Mai 1937 trat Pinnau in die NSDAP ein – nach Einschätzung des Architekturhistorikers Ulrich Höhns „wohl eine Marketing-Maßnahme um Aufträge zu bekommen“. Im Mai 1938 heiratete er die Kunststudentin und spätere Mitarbeiterin Sibylle Müller (1917–2012, Trennung 1955), die ihn in allen Fragen der Innenarchitektur beriet. Das Paar zog nach Berlin, wo Albert Speer den damals 31-jährigen Architekten entdeckte und Pinnau bis 1945 Staatsaufträge vermittelte. Darunter waren die Renovierung des Reichspräsidentenpalais anlässlich des Staatsbesuchs von Benito Mussolini, 1938 die Innengestaltung der Neuen Reichskanzlei sowie der Japanischen Botschaft im Tiergarten und die Planung von Bauten für das Projekt Nord-Süd-Achse in Berlin Anfang der 1940er Jahre. Im Jahr 1944 berief ihn Speer in den Arbeitsstab für den Wiederaufbau bombenzerstörter Städte unter Konstanty Gutschow und sah für Pinnau u. a. die Planung zum Wiederaufbau von Bremen vor. Von 1940 bis 1945 war er Professor an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Berlin.

Nach 1945

Seine Arbeit für das nationalsozialistische Regime und besonders für den Generalbauinspektor Speer verhinderten in der Nachkriegszeit zwar, dass er staatliche Aufträge erhielt, beeinträchtigten ansonsten aber kaum seine weitere berufliche Karriere. Nach dem Zweiten Weltkrieg machte er sich erneut als Architekt in Hamburg selbstständig mit einem Büro in Frankfurt am Main. Ab Mai 1947 bezog er eine Wohnung mit Atelier in der Alten Rabenstraße 12, nahe der Außenalster gelegen. Einer der ersten Aufträge war der Umbau der Hansa Bank (1948–1950, später: Commerzbank in der Altstadt von Hamburg). Ab 1949 hatte er sein Atelier am Gänsemarkt und baute 1951 sein eigenes Wohnhaus an der Elbchaussee 245. Pinnau war zeitlebens der Hausarchitekt von Rudolf-August Oetker. Für ihn baute er Privatvillen und für sein Firmen-Konglomerat Verwaltungssitze und Fabriken. Für Oetkers Reederei, die Hamburg Süd, entwarf Pinnau 1950 zunächst die Inneneinrichtungen der ersten vier Schiffe der Santa-Klasse, deren Äußeres sich noch an der Vorkriegsgestaltung orientierte. Bei zwei weiteren etwas größeren Einheiten dieser Klasse kamen dann erstmals die weichen Formen des New Look in der Gestaltung der Aufbauten zum Tragen. Im Januar 1953 stellte die Reederei Hamburg Süd das erste Schiff dieses neuen Typs in Dienst, die Santa Teresa, im März folgte die Santa Inés. Ab Februar 1955 folgten die Cap-Schiffe, die bis 1956 acht Einheiten umfasste. Die weitestgehende Umsetzung des New Look bildeten die sechs Schiffe der Cap San-Reihe die 1961 mit der Cap San Diego ihren Abschluss fand. Ab 1951 war er für Aristoteles Onassis tätig, er renovierte 1951 den Geschäftssitz der Olympic Maritime in Hamburg, und betreute den Umbau eines ehemaligen Kriegsschiffs zur Luxusyacht Christina O. Auch für die ab 1953 in Deutschland gebauten Schiffe (u. a. Tina Onassis) war Pinnau als Gestalter verantwortlich. Im Jahr 1961 zog er in sein eigenes Wohnhaus am Bismarckstein 3 in Hamburg-Blankenese, bezog 1966 ein Atelier im Neuen Wall 44 und renovierte für sich als Arbeitsstätte 1974 an der Palmaille 116 in Hamburg-Altona das ehemalige Atelier des „wohl einflussreichsten Architekten des klassizistischen Stils“ im nördlichen Europa Christian Frederik Hansen. Zu seinen Werken mit großer Bekanntheit in Hamburg gehören u. a. das Hochhaus Hamburg Süd und die heute als Museums-Schiff genutzte Cap San Diego an den St. Pauli-Landungsbrücken. Für Onassis legte er 1975 erste Entwürfe des späteren Olympic Tower in New York vor, dieses Gebäude wurde dann von Skidmore, Owings and Merrill realisiert. Als sein persönliches Meisterstück ließ Pinnau 1986 kurz vor seinem Tod eine oktogonale, schneeweiße neo-klassizistische Landhaus-Villa am Blankeneser Baurs Park 3 mit Elbblick zur eigenen Verwendung fertigstellen. Am 29. November 1988 starb Cäsar Pinnau in Hamburg und ist in der von ihm selbst entworfenen Grabstätte auf dem Ohlsdorfer Friedhof begraben, Planquadrat AD 13 (westlich oberhalb Nordteich am „Millionärshügel“).

Familiäres

Mit seiner ersten Ehefrau Sibylle hatte er drei Kinder, geboren 1940, 1942 und 1944. Im Jahre 1957 ehelichte er seine zweite Ehefrau, die Kunsthistorikerin Ruth Irmgard Petersen, geb. Schultz (1924–2010). Wie sein Vater war auch sein Großvater Tischlermeister und stammte ursprünglich aus Hamburg-Allermöhe.

Werk (Auswahl)

Cäsar Pinnau wirkte unter anderem bei folgenden Objekten mit: 1951 Geschäftssitz der Olympic Maritime, (Renovierung der Villa Beit), Hamburg-Pöseldorf 1953 Turbinentankschiff Tina Onassis 1954 Landhaus „In de Bost“ (Vorbesitzer: Otto Hübener), Sanierung zur Oetker-Villa, Hamburg-Nienstedten 1954 Villa für Vincent Bohlen, Elbchaussee 241 1955 Elbkurhaus, Beim Elbkurhaus, Hamburg-Nienstedten 1956 Clubhaus, Der Club an der Alster, Hallerstraße 1959 Villa für Willy Schlieker, Elbchaussee 274 1960 Motoryacht für Stavros Niarchos 1960–1961 August-Kühne-Haus, Geschäftshaus von Kühne & Nagel, Bremen (2017 abgerissen) 1961 Stückgutschiff Cap San Diego, heute Museumsschiff an den St. Pauli-Landungsbrücken, Hamburg 1961–1964 Hochhaus Hamburg Süd an der heutigen Willy-Brandt-Straße 59, Hamburg-Mitte 1962 Bankhaus Lampe-Niederlassungen, Domplatz, Münster 1963 Château de Montjeu (Teilrestaurierung), Wohnsitz von Willy Manchot, Broye im Département Saône-et-Loire (Frankreich) 1966–1968 Kunsthalle Bielefeld, Bielefeld (Architekt Philipp Johnson mit Cäsar Pinnau, Bauleitung) 1969–1988 Schulungsheim für Deutscher Ring, heute ein Tagungshotel, Jesteburg 1976 Villa für Joachim Fest, Kronberg im Taunus 1977–1978 Sudhaus, Kempten Skulpturengarten Kunsthalle Bielefeld (Architekt Philip Johnson, Bauleitung Cäsar Pinnau) Bankhaus Lampe, Domplatz Münster (Westfalen) Bankhaus Lampe, Domplatz Münster (Westfalen), Eingang Wohn- und Geschäftshäuser am Rosenplatz, Münster (Westfalen) Wohnresidenz, Münster-Kinderhaus (Westfalen) Bürogebäude, Münster (Westfalen) Hochhaus Hamburg Süd

Literatur

Herbert Wendt: Kurs Südamerika. Brücke zwischen zwei Kontinenten. Ceres, Bielefeld 1958, DNB 455460639. Werner Durth: Deutsche Architekten. Biografische Verflechtungen 1900-1970, Vieweg, Braunschweig / Wiesbaden 1986, ISBN 3-528-08705-6. Ruth Pinnau: Der Sieg über die Schwere. Cäsar Pinnau in meinem Leben. Edition Leck, Berlin 1993, ISBN 3-923190-82-4. Ruth Pinnau, Joachim Fest: Cäsar Pinnau, Architekt. Christians, Hamburg 1995, ISBN 3-7672-1224-2. Sylvaine Hänsel, Stefan Rethfeld: Architekturführer Münster. Reimer, Berlin 2008, ISBN 978-3-496-01276-4. Ulrich Höhns, Herausgeber: Hartmut Frank, Ullrich Schwarz, Zwischen Avantgarde und Salon Cäsar Pinnau 1906 – 1988: Architektur aus Hamburg für die Mächtigen der Welt, Dölling und Galitz, München / Hamburg 2015, ISBN 978-3-86218-052-3. Jörg Deuter: Pinnau, Cäsar. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 20, Duncker & Humblot, Berlin 2001, ISBN 3-428-00201-6, S. 453 f. (Digitalisat). Eduard Heinrich Führ: Identitätspolitik – „Architect Professor Cesar Pinnau“ als Entwurf und Entwerfer. Transcript, Bielefeld 2016, ISBN 978-3-8376-3696-3. Hans-Jörg Czech, Vanessa Hirsch, Ullrich Schwarz: Cäsar Pinnau. Zum Werk eines umstrittenen Architekten. Dölling und Galitz, München / Hamburg 2016, ISBN 978-3-86218-089-9 (Begleitpublikation zur gleichnamigen Ausstellung und zur Tagung: Annäherungen an Cäsar Pinnau (1906–1988). Person und Werk kritisch betrachtet, Historische Museen Hamburg, Altonaer Museum).

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