Günter Naumann

Intro German actor
A.K.A. Gunter Naumann, Guenter Naumann
Was Actor Stage actor Film actor
From Germany
Type Film, Television, Stage and Radio
Gender male
Birth 17 November 1925, Chemnitz, Germany
Death 6 November 2009, Köpenick, Germany (aged 84 years)
Star sign Scorpio

Günter Naumann (* 17. November 1925 in Chemnitz; † 6. November 2009 in Berlin-Köpenick) war ein deutscher Schauspieler.

Leben

Nach Abschluss einer Ausbildung zum Betonbauer begann Naumann ein Architekturstudium, das er aufgrund der Einberufung zur Wehrmacht nicht beenden konnte. Zum Ende des Zweiten Weltkrieges geriet Naumann in Kriegsgefangenschaft. Nach Ende der Gefangenschaft beschäftigte sich Naumann mit Malerei. 1950 begann er in Leipzig ein Schauspielstudium und erhielt nach dessen Beendigung 1953 sein erstes Engagement an den Städtischen Bühnen seiner Heimatstadt. 1957 wechselte er an das Berliner Ensemble. Hier spielte er in zahlreichen Inszenierungen bedeutende Rollen und entwickelte sich zum gefragten Charakterdarsteller. Kurze Zeit später gab er sein Debüt als Filmschauspieler der DEFA. So war er unter anderem in Frank Beyers Antikriegsfilm Fünf Patronenhülsen in der Rolle des Bulgaren Dimitri Pandorow zu sehen. Im Jahr 1970 wechselte Naumann vom Theaterfach zum Fernsehen und gehörte zum Schauspielerensemble des Fernsehen der DDR. Hier stellte er ebenfalls wichtige Charaktere dar. So als Chief in der beliebten Serie Zur See (1977), als Esteban Ahimundo y Abreojos in Die arge Legende vom gerissenen Galgenstrick (1977), als Neidhardt von Gneisenau in Scharnhorst (1978) oder als Kapitän Werner Steinitz in der Serie Treffpunkt Flughafen (1985). 1981 verkörperte er den berühmten Arzt Robert Koch in einer Reihe über die Anfänge der Berliner Charité. Durch die präzise Darstellung unterschiedlichster Charaktere war Günter Naumann einer der meistbeschäftigten Darsteller des Fernsehens. Mehrmals übernahm er in den Kriminalfilmreihen Polizeiruf 110 und Der Staatsanwalt hat das Wort wichtige Rollen als Täter oder Zeuge. 1977 wurde Naumann mit dem Kunstpreis der DDR und 1982 mit dem Nationalpreis der DDR geehrt. Ende der 1980er Jahre wechselte er selbst in die Rolle des Ermittlers. Im Polizeiruf 110 übernahm er die Rolle des Hauptmann (ab 1990 Hauptkommissar) Beck, der in bedeutenden Fällen der Krimireihe ermittelte, so unter anderem in Der Kreuzworträtselfall und Mit dem Anruf kommt der Tod, die beide auf wahren Fällen beruhen. Er ermittelte außerdem im Film Das Duell, in dem die Ereignisse der friedlichen Revolution aus Sicht der gewandelten DDR aufgearbeitet wurden. Die Rolle des Hauptkommissars Beck blieb auch nach dem Ende des Deutschen Fernsehfunks erhalten; Naumann spielte im ersten Polizeiruf der ARD, nachdem 1993 beschlossen wurde, die Reihe fortzuführen. Bis 1997 ermittelte Beck im Sendegebiet des Mitteldeutschen Rundfunks (Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt). Nach einer krankheitsbedingten Pause 1996 kehrte Hauptkommissar Beck für einen letzten Fall zurück (Der Tausch, Regie: Andreas Dresen) und wurde danach zugunsten des neuen Teams Schmücke und Schneider unfreiwillig in den Ruhestand versetzt. Auch im wiedervereinigten Deutschland war Naumann ein gefragter Schauspieler; vor allem im Fernsehen. So übernahm er Rollen unter anderem in Serien wie Marienhof, Der Landarzt, Wolffs Revier, In aller Freundschaft und in Fernsehfilmen wie Nikolaikirche, Zwei in einem Boot oder Meer is nich. In den letzten Jahren beklagte sich Naumann allerdings über mangelnde Angebote. Seinen letzten Auftritt hatte er in der Serie SOKO Leipzig, in der er nochmals einen Kommissar spielte, der an seine Rolle im Polizeiruf angelehnt war. Der Schauspieler starb am 6. November 2009 in einem Krankenhaus in Berlin-Köpenick nach einem Nierenversagen. Sein Grab befindet sich auf dem Waldkirchhof Mahlsdorf.

Filmografie (Auswahl)

1958: Die Mutter (Theateraufzeichnung) 1960: Immer am Weg dein Gesicht (TV) 1960: Fünf Patronenhülsen 1961: Steinzeitballade 1961: Gewissen in Aufruhr (TV) 1961: Der Fall Gleiwitz 1961: Professor Mamlock 1962: Fernsehpitaval: Auf der Flucht erschossen (Fernsehreihe) 1962: Auf der Sonnenseite 1962: Königskinder 1962: Die Jagd nach dem Stiefel 1963: Geheimnis der 17 1963: Rauhreif (TV) 1963: Sonntagsfahrer 1963: Jetzt und in der Stunde meines Todes 1965: Die Abenteuer des Werner Holt 1966: Asse (Sprecher) 1966: Die Tage der Commune (Theateraufzeichnung) 1967: Der Revolver des Corporals 1969: Das siebente Jahr (Regie: Frank Vogel) 1969: Sankt Urban (Vierteilige Serie) 1971: Optimistische Tragödie (TV) 1971: Anlauf (Fernsehfilm) 1971: Rottenknechte (5-teiliger TV-Film) 1972: Leichensache Zernik 1972: Der Staatsanwalt hat das Wort: Der illegale Projektant (TV-Reihe) 1972: Die große Reise der Agathe Schweigert 1973: Die Taube auf dem Dach 1973: Polizeiruf 110: Der Ring mit dem blauen Saphir (TV-Reihe) 1973: Rotfuchs (Fernsehfilm) 1973: Zement (Fernsehfilm, 2 Teile) 1974: Der Staatsanwalt hat das Wort: Schwester Martina 1974: Der Untergang der Emma 1976: Insel der Silberreiher 1977: Der Staatsanwalt hat das Wort: Eine Drachme aus Syrakus 1977: Die arge Legende vom gerissenen Galgenstrick (TV-Spielfilm) 1977: Polizeiruf 110: Vermißt wird Peter Schnok 1977: Zur See (Fernsehserie) 1978: Jörg Ratgeb, Maler 1978: Scharnhorst (Fernsehmehrteiler) 1979: Die Gänsehirtin am Brunnen (TV) 1980: Polizeiruf 110: Der Einzelgänger 1980: Polizeiruf 110: Zeugen gesucht 1981: Polizeiruf 110: Harmloser Anfang 1981: Der Spiegel des großen Magus 1981: Chirurgus Johann Paul Schroth – Eine Geschichte aus den Anfängen der Charité 1983: Polizeiruf 110: Die Spur des 13. Apostels 1983: Polizeiruf 110: Es ist nicht immer Sonnenschein 1984: Front ohne Gnade (Fernsehserie) 1984: Polizeiruf 110: Schwere Jahre (1. Teil) 1984: Polizeiruf 110: Schwere Jahre (2. Teil) 1986: Treffpunkt Flughafen 1987: Der Staatsanwalt hat das Wort: Teuer Bezahlt 1988: Polizeiruf 110: Der Kreuzworträtselfall 1989: Polizeiruf 110: Der Wahrheit verpflichtet 1990: Polizeiruf 110: Falscher Jasmin 1990: Polizeiruf 110: Das Duell 1991: Polizeiruf 110: Das Treibhaus 1991: Polizeiruf 110: Mit dem Anruf kommt der Tod 1991: Luv und Lee (Siebenteilige Fernsehserie) 1992: Der Landarzt 1992: Ein Fall für zwei 1992–1995: Marienhof 1993: Auf eigene Gefahr 1993: Polizeiruf 110: und tot bist du 1993: Polizeiruf 110: Tod im Kraftwerk 1995: Polizeiruf 110: Schwelbrand 1995: Polizeiruf 110: Bruder Lustig 1995: Nikolaikirche 1997: Polizeiruf 110: Der Tausch 1999: Das Schloß meines Vaters 1999: Zwei in einem Boot 1999: Hans im Glück 1999: Die Sternbergs 2001: Polizeiruf 110: Kurschatten 2002: Wolffs Revier 2005: SOKO Leipzig 2007: Meer is nich 2009: SOKO Leipzig: Mord im Jugendclub

Theater

1958: Wsewolod Wischnewski: Optimistische Tragödie – Regie: Manfred Wekwerth/Peter Palitzsch (Berliner Ensemble) 1959: Johannes R. Becher: Winterschlacht – Regie: Lothar Bellag (Berliner Ensemble) 1960: Bertolt Brecht: Die Dreigroschenoper (Moritatensänger) – Regie: Erich Engel (Berliner Ensemble) 1962: Bertolt Brecht: Die Tage der Commune (Varlin) – Regie: Manfred Wekwerth/Joachim Tenschert (Berliner Ensemble) 1965: Heinar Kipphardt: In der Sache J. Robert Oppenheimer (Verteidiger) – Regie: Manfred Wekwerth/Joachim Tenschert (Berliner Ensemble) 1966: Seán O’Casey: Purpurstaub (Maurer) – Regie: Hans-Georg Simmgen (Berliner Ensemble) 1967: Bertolt Brecht: Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny (Heinrich Merg) – Regie: Manfred Karge/Matthias Langhoff (Berliner Ensemble) 1969: Bertolt Brecht: Das Manifest (Brechtabend Nr. 5) – Regie: Klaus Erforth/Alexander Stillmark (Berliner Ensemble) 1969: Aischylos: Sieben gegen Theben (Bote) – Regie: Manfred Karge/Matthias Langhoff (Berliner Ensemble) 1969: Wsewolod Wischnewski: Optimistische Tragödie (Der Heisere) – Regie: Isot Kilian/Klaus Erforth/Alexander Stillmark (Berliner Ensemble) 1972: William Shakespeare: Leben und Tod Richard des Dritten (Buckingham) – Regie: Manfred Wekwerth (Deutsches Theater Berlin) 1978: Bertolt Brecht: Leben des Galilei (Kardinal Barberini) – Regie: Manfred Wekwerth/Joachim Tenschert (Berliner Ensemble) 1978: Benito Wogatzki: Viola vor dem Tor (Jorban) – Regie: Klaus Gendries (Theater im Palast) 1988: Maxim Gorki: Wassa Schelesnowa (Prochor Schelesnow) – Regie: Barbara Abend (Theater im Palast) 1990: Ljudmila Petruschewskaja: Drei Mädchen in Blau (Nikolai) – Regie: Barbara Abend (Theater im Palast)

Hörspiele

1963: Bertolt Brecht: Das kleine Mahagonny – Regie: Manfred Karge (Rundfunk der DDR) 1967: Michel Cournot: Die Kinder des Gerichts (Fortins Vater) – Regie: Fritz Göhler (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1968: Nikolai Dubow: Der Junge am Meer (Iwan) – Regie: Manfred Täubert (Kinderhörspiel – Rundfunk der DDR) 1968: Gerhard Rentzsch: Am Brunnen vor dem Tore (Mohnhaupt) – Regie: Hans Knötzsch (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1968: Michail Schatrow: Bolschewiki – Regie: Wolf-Dieter Panse (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1969: Wolfgang Kohlhaase: Fragen an ein Photo – Regie: Helmut Hellstorff (Rundfunk der DDR) 1969: Friedrich Schiller: Die Verschwörung des Fiesco zu Genua (Verrina) – Regie: Peter Groeger (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1969: Karl-Heinrich Bonn/Maria Bonn: Die Reise nach K. – Regie: Wolfgang Brunecker (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1970: Will Lipatow: Viktoria und die Fischer (Brigadier) – Regie: Theodor Popp (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1970: Arne Leonhardt: Unser stiller Mann (Müller) – Regie: Werner Grunow (Rundfunk der DDR) 1971: Bertolt Brecht: Die Tage der Commune (Varlin) – Regie: Manfred Wekwerth/Joachim Tenschert (Hörspiel – Litera) 1971: Jürgen Beidokat: Drei Kapitel über eine Meuterei (William Bligh) – Regie: Werner Grunow (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1973: Otto Marquardt: Chile im September (Huertas) – Regie: Horst Liepach (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1973: Bertolt Brecht: Leben des Galilei – Regie: Fritz Göhler (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1974: Wolfgang Müller: Die Spur des Helfried Pappelmann (Obermeister) – Regie: Wolfgang Schonendorf (Rundfunk der DDR) 1975: Erich Loest: Dienstfahrt eines Lektors (Sodtbaum) – Regie: Horst Liepach (Rundfunk der DDR) 1976: Lia Pirskawetz: Das Haus am Park (Hubert) – Regie: Barbara Plensat (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1978: Hans Siebe: Sommer in Kriebusch (Schottke) – Regie: Fritz-Ernst Fechner (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1984: Walter Stranka: Khalid und die Königin von Saba (Ussame) – Regie: Manfred Täubert (Kinderhörspiel – Rundfunk der DDR) 1988: Hans Siebe: Porzellan (Richard Straube, Großvater) – Regie: Achim Scholz (Kriminalhörspiel – Rundfunk der DDR) 1991: Alexander Wolkow: Der Zauberer der Smaragdenstadt (Lestar, Schmied) – Regie: Dieter Scharfenberg (Hörspiel – LITERA junior) 1991: Alexander Wolkow: Urfin und seine Holzsoldaten (Lestar, Schmied) – Regie: Dieter Scharfenberg (Hörspiel – LITERA junior)

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