Herbert Schmalstieg

Intro German politician
Is Politician Writer Non-fiction writer
From Germany
Type Literature Politics
Gender male
Birth 8 June 1943, Hanover, Germany
Star sign Gemini
Politics Social Democratic Party of Germany

Herbert Schmalstieg (* 8. Juni 1943 in Hannover) war von 1972 bis 2006 der Oberbürgermeister der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover, 1972 bis 1996 im Ehrenamt. Herbert Schmalstieg war bei Amtsantritt der jüngste Oberbürgermeister einer bundesdeutschen Großstadt. Zudem ist er der Oberbürgermeister einer bundesdeutschen Großstadt, der am längsten ununterbrochen im Amt war. Die Süddeutsche Zeitung schrieb anlässlich des Wahlergebnisses 1996 über ihn: „Der SPD hat es in Hannover nichts genutzt, daß Alt-OB Schmalstieg jeden Laternenpfahl beim Vornamen kannte.“

Leben

Herbert Schmalstieg absolvierte eine Ausbildung zum Sparkassenkaufmann bei der Stadtsparkasse Hannover, qualifizierte sich zum Sparkassenbetriebswirt und war später Abteilungsdirektor bei der Stadtsparkasse Hannover. In einem Abendstudium an der Werbefachlichen Akademie machte er zudem einen Abschluss als Werbeassistent. Er ist verheiratet mit Heidrun Merk und hat zwei Kinder.

Politische Karriere

Herbert Schmalstieg trat 1960 in die SPD ein und hatte von 1961 bis 1971 verschiedene Funktionen bei den Jungsozialisten inne. Seit 1966 ist er Vorstandsmitglied des SPD-Unterbezirks Hannover-Stadt. In den Jahren 1973 bis 1981 war er stellvertretender Vorsitzender, von 1981 bis 1987 Vorsitzender des SPD-Unterbezirks. Seit 1968 gehörte Herbert Schmalstieg dem Rat der Stadt Hannover an. In den Jahren 1986 bis 1996 (11. Wahlperiode, 12. Wahlperiode und in der 13. Wahlperiode bis zum 13. November 1996) gehörte Herbert Schmalstieg als gewählter Direktkandidat des Landtagswahlkreises 34 (Hannover-List) dem Niedersächsischen Landtag an.

Oberbürgermeister

Im Alter von 28 Jahren trat er am 26. Januar 1972 erstmals den Posten des ehrenamtlichen Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt Hannover an. Bei seiner Wahl war Herbert Schmalstieg der jüngste Oberbürgermeister einer bundesdeutschen Großstadt. Dabei hatte er im Wesentlichen repräsentative Aufgaben. Nach der Änderung des Kommunalrechts in Niedersachsen wurde er am 29. September 1996 bei der ersten Direktwahl zum hauptamtlichen Oberbürgermeister gewählt. Bis dahin gab es außer dem Oberbürgermeister noch den Oberstadtdirektor, der als Verwaltungschef fungierte. Dies war der Niedersächsischen Kommunalverfassung nach ein Beamter, der die Zugangsvoraussetzungen zum höheren Dienst zwingend mitbringen musste. Mit der Änderung der Niedersächsischen Kommunalverfassung wurde den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit eröffnet, selbst den Verwaltungschef zu wählen. Dieser Wahlbeamte ist nicht an die Erfordernisse des Beamtenrechts im Hinblick auf die Qualifikation gebunden. In diesem Änderungsverfahren ging auch die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister auf den Verwaltungschef über. Als Oberbürgermeister war Schmalstieg „nur“ aus dem Kreis des Rates gewählt und damit Vorsitzender der Ratsversammlung. Ihm kamen bis 1996 überwiegend repräsentative Aufgaben zu. Herbert Schmalstieg engagierte sich im Niedersächsischen und Deutschen Städtetag. Von 1973 bis 1982 war er Vorsitzender des Niedersächsischen Städtetages, ab 1974 bis 1996 war er Mitglied im Präsidium des Deutschen Städtetages und von 1986 bis 1989 dessen Präsident. Nach Ende seiner Präsidentschaft wurde er zum Ehrenmitglied des Städtetags gewählt. Während seiner Amtszeit fand in Hannover die in der rot-grünen Rathauskoalition äußerst umstrittene Expo 2000 statt. Durch diese Weltausstellung konnten viele Projekte, besonders aber ein Ausbau der Infrastruktur Hannovers, realisiert werden, die ansonsten erst viel später und unter schwierigeren Umständen möglich gewesen wären. Am 9. September 2001 wurde er für weitere fünf Jahre in seinem Amt als Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover bestätigt. Zu den Kommunalwahlen im September 2006 kandidierte Herbert Schmalstieg nicht mehr, Nachfolger wurde sein langjähriger Stadtkämmerer Stephan Weil, der Kandidat der SPD war. Am Samstag, dem 28. Oktober 2006, wurde Herbert Schmalstieg mit einem Festakt aus seinem Amt verabschiedet. Die Amtszeit endete am 31. Oktober 2006. Herbert Schmalstieg gilt aufgrund seiner langen Amtszeit als „Urgestein“ Hannovers. Er setzte sich für die Reformierung der Verwaltung ein, um für die Einwohner Hannovers bei Behördengängen möglichst kurze Wege zu schaffen. Durch die Verwaltungsreform sollte die Stadtverwaltung zu einem modernen und kosteneffizienten Dienstleistungsunternehmen umstrukturiert werden.

Ehrenamtliche Tätigkeiten

1968 war er Mitbegründer des hannoverschen Club Voltaire. Seit 2007 ist Herbert Schmalstieg Vorsitzender der Wilhelm-Busch-Gesellschaft. Bis Januar 2014 war er Patron der Marktkirche Hannover. Beirat der Kurdischen Gemeinde Deutschland

Auszeichnungen

Commander of the British Empire (CBE) 1997: Ehrendoktorwürde der Rechte (LLD) der Universität Bristol Ehrenpräsident der Internationalen Vereinigung der EXPO-Städte und -Regionen (AVE) 2002: Ehrenprofessur der Tongji-Universität Shanghai 2005: Chevalier dans l’Ordre national de la Legion d’Honneur der Republik Frankreich 2006: Niedersächsische Landesmedaille 2006: Ehrendoktorwürde des Rechts (LLD) der University of the West of England (UWE) 2006: Orden vom Aztekischen Adler der Vereinigten Mexikanischen Staaten (Stufe unbekannt) 2006: Ehrenstatue Hipolit Cegielski der Hipolit-Cegielski-Gesellschaft 2006: DEMO-Kommunalfuchs der DEMO. Die Monatszeitschrift für Kommunalpolitik 2006: Für Verdienste um die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 vom DFB ausgezeichnet 2007: Zehnter Ehrenbürger der Landeshauptstadt Hannover seit 1945 2007: Ehrenmitglied des Deutschen Städtetages 2007: Ehrenpräsident des Niedersächsischen Städtetages 2007: Erster Träger der Messe-Medaille in Gold der Deutschen Messe AG Hannover 2009: Kyokujitsu chūjushō (旭日中綬章 – wörtlich: Mittlerer Orden der Aufgehenden Sonne am Band), 3. Stufe, Japan Verdienstkreuz Erster Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland Großes Silbernes Ehrenzeichen mit Stern für Verdienste um die Republik Österreich Komandoria-Auszeichnung der Republik Polen Commandeur de l’Ordre du Phenix der Republik Griechenland Großkreuz des Ordens Isabel la Católica des Königreichs Spanien Ehrenbürger von Hiroshima, Poznań und New Orleans Goldene Magnolie (zweithöchster Orden) der Stadt Shanghai Goldener Alexander I. Klasse, Auszeichnung der Fachhochschule Thessaloniki Ehrenvorsitzender der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik in der Bundesrepublik Deutschland e.V.

Schriften (Auswahl)

Jüdisches Erbe in Hannover – Botschaft und Herausforderung, Hannover: Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, [1984] Herbert Schmalstieg (Hrsg.), Arno Brandt, Miriam Nolting (Mitarb.): Zukunftsfähiges Hannover. Wege zur nachhaltigen Entwicklung einer Großstadtregion, Hannover: Buchdruckwerkstätten Hannover, ISBN 3-89384-013-3, [o. D., circa 1996] Herbert Schmalstieg (Hrsg.), Britta Grashorn (Text), Rolf Nobel (Mitarb.): Hannover – Stadt in Bewegung, in der Edition Calenberg, Hannover: Schlütersche Verlagsgesellschaft, 2001, ISBN 3-87706-666-6; Inhaltsverzeichnis

Literatur

Jürgen Koerth (Hrsg.): Der Hannoveraner. 34 Jahre Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg, Berlin: Vorwärts-Buchverlag, 2006, ISBN 978-3-86602-446-5 und ISBN 3-86602-446-0 Michael Krische: Herbert Schmalstieg. Ein Leben für Hannover, 1. Auflage, Hannover: Madsack Medienagentur, 2012, ISBN 978-3-940308-70-2; Inhaltsverzeichnis

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