Norbert Schmid

Intro German author
Is Author Writer
From Germany
Type Literature
Gender male
Birth 6 March 1958, Stuttgart, Germany
Star sign Pisces

(adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({}); Norbert Sternmut (* 6. März 1958 als Norbert Schmid in Stuttgart) ist ein deutscher Schriftsteller und Maler.

Jugend und Ausbildung

Sternmut wurde als fünftes von sechs Kindern in Stuttgart geboren. Sein Vater, ein Scheunendrescher, starb als Sternmut elf Jahre alt war. Nach eigenen Angaben waren Kindheit und Jugend hauptsächlich von Enttäuschungen und Entbehrungen geprägt. Nach der Hauptschule in Gerlingen (Breitwiesenschule) machte er eine Ausbildung zum Werkzeugmacher bei der Firma Trumpf in Ditzingen, um danach auf dem zweiten Bildungsweg an der Technischen Oberschule (TO) in Stuttgart die fachgebundene und später mit dem Erwerb des kleinen Latinum die allgemeine Hochschulreife zu erwerben. Zunächst wollte er Maschinenbau studieren, erkrankte 1979 allerdings an Krebs und beschloss nach überstandener Krankheit, Sozialpädagogik zu studieren und Künstler und Schriftsteller zu werden. Er studierte Sozialpädagogik an der Fachhochschule für Sozialwesen in Esslingen und schloss mit dem Diplom ab. Er arbeitet innerhalb der Fachschule für Sozialpädagogik an der Ausbildung von Erziehern und Erzieherinnen, außerdem ist er Schulsozialarbeiter an einem privaten Gymnasium und an einer privaten Realschule.

Künstlerisches und Schriftstellerisches Wirken

Seine erste große Ausstellung als Maler (Ölbilder, Tuschezeichnungen, Radierungen) hatte er 1996 in der Stadtbibliothek Gerlingen. Literarisch fand er in Kurt Rüdiger (1913–1990), dem damaligen Herausgeber des Jahrbuch Deutscher Dichtung seit 1980 einen Förderer und Lehrmeister, mit dem Sternmut bis zu dessen Tod eine jahrelange freundschaftliche Beziehung verband. 1989 erschien der Lyrikband Sprachschatten, mit dem der Grundstein für das weitere Werk gelegt wurde. Ab diesem Zeitpunkt bis heute erschienen in regelmäßigen Abständen Theaterstücke, Lyrikbände und ab 1999 mit Der Tote im Park Romane, Essays und Rezensionen. 2014 stellte Sternmut als Maler auf Einladung der KulturRegion Stuttgart und der Stadt Ludwigsburg erstmals Bilder und ein Triptychon aus seiner Werkreihe Die Wörter zu gesellschaftspolitischen, soziologischen und philosophischen Fragen vor. Es handelt sich um eine Bilderserie aus Öl- und Acrylbildern in teilweise großen Formaten als Verbindung von Wort und Bild, Farbe und Zeichen in Anlehnung an die Lyriksprache Sternmuts. 2015 wurde im Rahmen des 8. Ludwigsburger Literaturfestes die Zeitschrift Eremitage mit Bildern aus der Sternmut-Werkreihe Die Wörter vorgestellt. In der Werkschau #8 des Kreishauses Ludwigsburg zeigte Sternmut ab 2019 unter dem Titel "Wortbilder – Sprachschatten" größtenteils großformatige Bilder. In Anklang an seinen Gedichtband von 1989 sind diese Arbeiten Versuche, in die "Sprachschatten" einzudringen, um dort Realitäten aufzuspüren, die außerhalb der semantischen Erfassbarkeit liegen, so der Veranstalter der Ausstellung "Kunst im Kreishaus". Ausgestellt sind in diesem Zusammenhang die Triptychen "Vertreibung" und "Mythos von Sisyphos". In weiteren Bildern, Tuschezeichnungen und Radierungen aus den Jahren 1983 bis 1990 sind die Verbindungen von Wort und Bild in Form von Bruchstücken, Farbsymbolen verdeutlicht, bis hin zu klarem Verbalisieren als eine nach Sternmut besonders hochentwickelte Form der Symbolbildung. Im Dezember 2019 wurde eins der Bilder Sternmuts in dieser Ausstellung – eine symbolische Jesus-Figur, mit Ölfarbe auf Leinwand – mutwillig zerrissen.

Projekte

Immer wieder verband Sternmut auch Kunst und soziale Arbeit in verschiedenen Projekten mit Schreibwerkstatt, Theatergruppe, RAP-Musical-Projekt. Er arbeitete mit Langzeitarbeitslosen oder Jugendlichen in der Berufsvorbereitung jeweils künstlerisch und pädagogisch. 2000 entstand in einem Theaterprojekt zusammen mit Arbeitslosen das Stück „Trainingscenter“, worin die Arbeitslosen sich selbst spielten und der Inhalt des Stückes in einem gemeinsamen Prozess erarbeitet wurde. Inhalt des Stückes ist der organisierte Umgang mit Arbeitslosen und Arbeitslosigkeit im Staat, durch den Staat. Ein weiteres Theaterprojekt, worin jugendliche Auszubildende die Figuren und Inhalte vorgaben, wurde 2001 durchgeführt (Metallica). Hier fand im Prozess der Theaterarbeit die Aufarbeitung rechtsradikalen Gedankenguts statt, wobei die Jugendlichen sich selbst zur aktiven Revolte gegen Rechts formierten. Auch hier ging es Sternmut in erster Linie um den pädagogischen Lernprozess hin zu klar erkennbaren Handlungs- und Denkansätzen. Die Figuren spielten sich jeweils selbst. 2009 gründete Sternmut die Literaturgruppe „Sternmut-Literatur-Bunt“ (SMLB). SMLB will „Jugend für Literatur, Kunst und Kultur begeistern, den Nachwuchs fördern und fordern“ durch monatliche Treffen und kulturelle Veranstaltungen in der Villa Barock in Ludwigsburg. Es kann Literatur, aber auch andere Kunst vorgestellt werden, werden Themen aus Kunst, Philosophie und Psychologie sowie der Politik diskutiert. SMLB ist beim Ludwigsburger Literaturfest jeweils mit einem Stand und eigenen Veranstaltungen präsentiert. "Sternmut-Literatur-Bunt" wird seit 2015 mit Beiträgen und Hinweisen zu den Veranstaltungen, sowie neuen Büchern und Bildern auf der Projekte-Seite meinlb.de der Stadt Ludwigsburg vorgestellt. Das Projekt (2015 / 2016) zum Thema Traumatisierung, das zur Finissage der Ausstellung Werkschau #8 in Ludwigsburg vorgestellt wurde, behandelt die Arbeit mit schwer traumatisierten Kindern- und Jugendlichen in einem Wohnheim. 2020 erschien dazu das Buch "Winterdienst", das den Alltag und die Hintergründe der Arbeit in Prosa und Gedichten beschreibt. 2017 widmete die im Pop Verlag erscheinende Literaturzeitschrift BAWÜLON der Literaturgruppe "Sternmut-Literatur-Bunt" eine Ausgabe, in der neben Rezensionen und einem Interview auch Bilder von Sternmut zu sehen sind.

Weitere Tätigkeiten

Sternmut ist seit 2011 Mitglied der Redaktion Ludwigsburg der Literaturzeitschrift Bawülon, die im Pop Verlag (Ludwigsburg) erscheint. Bei Radio Ludwigsburg moderiert er die Sendereihe Sternmuts Stunde, in der er Literatur und Kunst in Lesungen und Interviews vorstellt. 2019 wurde er zum Leiter der Fachgruppe Literatur der Künstlergilde e. V. mit Sitz in Esslingen gewählt. Gleichzeitig übernahm er den Vorsitz der Jury für den Andreas-Gryphius-Preis und den Nikolaus-Lenau-Preis der Künstlergilde. Sternmut ist Mitglied im Verband Deutscher Schriftsteller (VS), in der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik, der Deutschen Schillergesellschaft e. V., der Künstlergilde e. V., dem Förderkreis deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg und im Zentrum Schriftsteller im Exil deutschsprachiger Länder im Internationalen P.E.N.

Auszeichnungen

Stipendium der Stadt Gerlingen Stipendium des Landes Baden-Württemberg 2007: Wiener Werkstattpreis in der Sparte Lyrik 2019: Literaturpreis der KünstlerGilde Esslingen

Einzeltitel

Augen und Steine. Gedichte 1984, Hutters-Verlag, ISBN 3-88877-039-4. In hundert Jahren. Gedichte 1984, Hutters-Verlag, ISBN 3-88877-040-8. Goldene Zeiten. Theaterstück 1985, Der Karlsruher Bote, ISBN 3-88256-178-5. Lauf der Dinge. Gedichte 1987, Hutters-Verlag Sprachschatten. Gedichte 1989, Edition Thaleia, ISBN 3-924944-16-4. Lichtpausen. Gedichte 1994, Verlag Günther Dienelt, ISBN 3-88397-153-7. Verfrühtes Auslösen des Zeitraffers. Gedichte 1995, Edition Thaleia, ISBN 3-924944-28-8. Sternmut. Gedichte 1996, Röhn-Verlag, ISBN 3-931796-15-9. Das Zeitmesser. Kurzprosa 1997, Verlag Rainar Nitzsche, ISBN 3-930304-21-X. Photofinish. Gedichte 1997, Edition Thaleia, ISBN 3-924944-36-9. Absolut, Du. Gedichte 1998, Edition Thaleia, ISBN 3-924944-42-3. Der Tote im Park. Roman 1999, Wiesenburg Verlag, ISBN 3-932497-28-7. Trainingscenter. Theaterstück 2000, Theaterboerse Metallica. Theaterstück 2001, Theaterboerse Keine Regeln für Sina. Roman 2001, Betzel Verlag, ISBN 3-932069-82-X. Marlies. Roman 2003, Wiesenburg Verlag, ISBN 3-932497-89-9. 88 Rätsel zur Unendlichkeit,Lyrik-Grafik-Kunstdruckband. Bilder von Volker Funné. Wiesenburg Verlag, 2004, ISBN 3-937101-35-7. Triebwerk. Gedichte 2005, Verlag Edition Thaleia, ISBN 3-924944-69-5. Seelenmaschine. Gedichte 2006, Wiesenburg Verlag, ISBN 3-939518-34-4. Norman. Roman 2008, Wiesenburg Verlag, ISBN 978-3-939518-94-5. Fadenwürde. Gedichte 2009, Pop Verlag, ISBN 978-3-937139-67-8. Nachtlichter. Lyrik-Sammlung 2010, Pop Verlag, ISBN 978-3-937139-87-6. Wildwechselzeit -Tagebuch einer Beziehung. Roman 2011, Wiesenburg Verlag, ISBN 978-3-942063-25-8. Spiegelschrift. Gedichte 2011, Pop Verlag, ISBN 978-3-86356-007-2. Schattenpalaver. Gedichte 2012, Pop Verlag, ISBN 978-3-86356-032-4. Zeitschrunden. Gedichte 2012, Pop Verlag, ISBN 978-3-86356-045-4. Nachbrenner. Gedichte 2013, Pop Verlag, ISBN 978-3-86356-081-2. Sonnwend. Gedichte 2014, Pop Verlag, ISBN 978-3-86356-092-8. Pfeilschrift -Reflexionen über die Liebe. Gedichte und Prosa 2015, Wiesenburg Verlag, ISBN 978-3-95632-284-6. Atemecho. Gedichte und Bilder 2016, Pop Verlag, ISBN 978-3-86356-110-9. Totentango. Gedichte und Bilder 2017, Pop Verlag, ISBN 978-3-86356-145-1. Strahlensatz. Gedichte 2018, Pop Verlag, ISBN 978-3-86356-199-4. Winterdienst. Trauma Prosa und Gedichte, 2020, edition monrepos, ISBN 978-3-86356-291-5

Anthologien (Auswahl)

Jahrbuch deutscher Dichtung. Karlsruher Bote, Karlsruhe, 1987, 1990 ISBN 3-88256-185-8. Lyrik 86/88 und Lyrik 89, Edition Leu, Zürich, 1989, ISBN 3-85667-023-X. DAS GEDICHT. Edition L, Loßburg, 1989, ISBN 3-924600-77-5. Gauke Jahrbuch, Gauke Verlag, 1989, ISBN 3-87998-078-0. Männersachen. Verlag Erik Grischke, Brühl 1990, ISBN 3-927871-06-0. Sonnenreiter Anthologie, Verlag Reinhard Steinmaßl, 1988/89, ISBN 3-88684-022-0. Autorentage in Baden-Baden, Aktuell-Verlag, 1989, ISBN 3-925195-12-2. LYRIK HEUTE. Edition L, Loßburg,1990, ISBN 3-927932-11-6. Polarmeerblau. Gedichte, Anthologie, Thomas Bauer (Hrsg.), ISBN 3-8311-3220-8. Sang so süß die Nachtigall. Lyrik, Edition L, Loßburg 1990, ISBN 3-927932-01-9. Trampelpfade. Verlag Erik Grischke, Brühl, 1990, ISBN 3-927871-02-8. Lieb Vaterland. Edition L, Loßburg, 1990, ISBN 3-927932-05-1. Autoren Stellen Sich Vor, Edition L, Loßburg, 1990, ISBN 3-927932-03-5. RADIUS Almanach 1991/92. Radius Verlag, 1991, ISBN 3-87173-832-8. Autorentage 91. aktuell-Verlag, Weinstadt, 1991, ISBN 3-925195-16-5. Nacht lichter als der Tag. Edition L, Loßburg, 1992, ISBN 3-927932-72-8. Nachruf Auf Melinda. Wolfgang Hager (Hrsg.), Stolzalpe / Österreich An der Mosqua, Wolfgang Hager (Hrsg.), Stolzalpe / Österreich, ISBN 3-900578-34-6. junge lyrik dieser Jahre. pen-club liechtenstein, Edition Raetia, 1993. Die Frau. wort und mensch Verlag, Köln 1995, ISBN 3-9802860-3-7. Sisyphosaden Im Idyllischen Ghetto. Edition Sernold, 1995, ISBN 3-87707-483-9. Ohne Punkt & Komma. Wolkenstein Verlag, Köln 1999, ISBN 3-927861-20-0. exempla, Fallstudien, Ursula Jetter (Hrsg.), 2001, ISSN 0343-9208 best german underground lyriks 2004, Acheron Verlag, Altenburg, 2005, ISBN 3-9810222-0-3. exempla, Jahrgang 30/31, Band 2004/05, Ursula Jetter (Hrsg.), ISSN 0343-9208 exempla, Jahrgang 36/37, Band 2010/2011, Ursula Jetter (Hrsg.), ISSN 0343-9208 exempla, Krise und Wandel, Ursula Jetter (Hrsg.) 2014, ISSN 0343-9208 Verschüttete Gefühle, Union Sozialer Einrichtungen, Berlin, 2012, ISBN 978-3-00-039279-5. Jahrbuch für das neue Gedicht. Frankfurter Bibliothek, 2016, ISBN 978-3-933800-47-3. Eremitage. Mylinfalklaem Asperger Taschenbücher, 2015, ISBN 978-3-9816775-7-7. exempla, Jahrgang 41/42, Band 2015/2016, Ursula Jetter (Hrsg.), ISSN 0343-9208 Veilchen-Antholgie Band 2, 2019, ISBN 978-3-7485-7541-2

Literaturzeitschriften (Auswahl)

Die Lyrik-Mappe, Internationale Zeitschrift für Lyrik, Wolfgang D. Gugl, Graz, März 1990 Scriptum, Literaturzeitschrift, Walter Eigenmann, Schweiz, Heft 03 /1991 Ort der Augen – Blätter für Literatur, Ziethen Verlag, 1999, ISBN 978-3-932090-83-7 Am Erker – Zeitschrift für Literatur – Nr. 39, 2000 ISBN 3-925084-37-1 Kult, Magazyn fyr Netzwerk-Poesy – Karl-Heinz Schreiber, Goldbach, 16/2002, ISSN 0944-2162 BAWÜLON – Süddeutsche Matrix für Literatur und Kunst, 1-2/2012 (5-6), Pop-Verlag, ISSN 2192-3809 MATRIX – Zeitschrift für Literatur und Kunst, Nr. 4/2012 (30), Pop-Verlag, ISSN 1861-8006 BAWÜLON – Süddeutsche Matrix für Literatur und Kunst, 2/2017 (26), Sonderausgabe Sternmut, ISSN 2192-3809 Glarean Magazin 2009

Literatur

Ohne Punkt und Komma. Lyrik in den 90er Jahren. Wolkenstein Verlag, 1999, ISBN 3-927861-20-0 Aus dem Hinterland. Lyrik nach 2000. Edition YE, 2005, ISBN 3-87512-186-4 Clarissas Krambude. Autoren erzählen von ihren Pseudonymen. novum Verlag, 2011, ISBN 978-3-99003-914-4 BAWÜLON. Sternmut-Literatur-Bunt, Pop Verlag, Ludwigsburg, 2017, ISSN 2192-3809

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